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orf.at: Höchst umstritten – Weinflaschen mit Hitler

datePosted on 13:55, Januar 12th, 2010 by admin

In vielen Ländern sind Devotionalien wie Kalender oder Flaschen mit Adolf Hitler oder Benito Mussolini verpönt und strafbar. In Südtirol aber gehen Artikel mit Mussolini und Hitler über den Ladentisch.

Adolf Hitler am Flaschenetikett
Bozens Geschäftsleute bieten ihren Kunden beispielsweise einen Hitler-Wein an. Andrea Guiato, Inhaber der Bar Roby in Bozen, zeigt ungeniert seine Weinflaschen her. Neben Kaiser Franz Joseph sticht ein Bild von Adolf Hitler, der Führer, hervor. Auch der Duce, Benito Mussolini, prangt neben dem Papst auf einem Wein-Etikett.

Weinflasche als Erinnerung
Viele würden diese Weinflaschen als Geschenk oder als Gag kaufen, sagt Guiato. Manche würden den Wein auch trinken und die Flasche als Andenken behalten, so der Barinhaber weiter.

In Österreich unvorstellbar
Der Fraktionssprecher der Südtiroler Volkspartei im Landtag, Elmar Pichler-Rolle ist über die Verharmlosung des Faschismus und Nationalsozialismus entsetzt. In Österreich, der Schweiz oder in Deutschland sei so etwas unmöglich, meint Elmar Pichler Rolle. Niemand würde sich getrauen, einen Adolf-Hitler-Wein in Verkaufsregale zu stellen.

Gesetze würden nicht eingehalten
In Italien würde man zwar Gesetz beschließen, sie dann aber nicht einhalten, so Pichler-Rolle. Die Verherrlichung des Faschismus sei in Italien eine Straftat.

Duce-Kalender in Tabak-Trafiken
Auch einen Duce-Kalender gibt es in Trafiken zu kaufen. Mussolinis diktatorische Sprüche sind darauf abgedruckt und auch sein Rutenbündel mit Beil.

Fehler der Geschichte nicht wiederholen
Die Meraner Gemeinderätin der Süd-Tiroler Freiheit, Reinhild Campidell ist schockiert, wie salopp dieses dunkle Kapitel Geschichte in Südtirol abgetan wird.

Wie das Verhalten vor allem vieler junger Menschen zeige, sei die Geschichte nicht richtig aufgearbeitet worden. Das müsse man jedoch tun, damit sich die Fehler nicht wiederholen würden, so Reinhild Campidell.

Behörden schreiten nicht ein
Die italienischen Behörden schreiten nicht ein. Vor zwei Jahren hatte Oberstaatsanwalt Cuno Tarfusser die Hitler-Flaschen zwar beschlagnahmt, die Anklage wurde aber fallen gelassen.

Zeitung “Österreich”: Nazi-Souvenirs am Adventmarkt

datePosted on 13:51, Januar 12th, 2010 by admin

Der Verkäufer beruft sich auf die „freie Meinungsäußerung“. Tatsächlich ist der öffentliche Verkauf von brauner Auslegware aber verboten?

Hakenkreuze und SS-Runen neben Christbaumkugeln und Stroh- Engerl: Der Flohmarkt auf dem Franziskanerplatz und dem Burggraben geht praktisch nahtlos in den Weihnachtsmarkt vor dem Goldenen Dachl über, der jährlich Zehntausende Touristen nach Innsbruck lockt.

ÖSTERREICH wurde von einem aufmerksamen Leser informiert, dass hier, direkt beim Eingang in die Altstadt, Nazi-Orden, SS-Stahlhelme und Hakenkreuz-Stempel verkauft werden.

„Meinungsfreiheit“
Ein Lokalaugenschein bestätigt das. Teilweise sind die Hakenkreuze mit roten Stickern verklebt, teilweise sind sie offen sichtbar. Die braunen Devotionalien sind noch immer vielen Ewiggestrigen einiges wert. Die Preise beginnen bei 270 Euro. „Was wollt’s denn? Das gehört zur freien Meinungsäußerung“, verteidigt sich ein Standbetreiber, als ihn ÖSTERREICH auf den rechten Bauchladen anspricht.

Trotzdem wird der Verkäufer nervös: Nur Minuten später fährt nämlich ein roter Kastenwagen vor. Die ausgestellten SS-Mützen werden rasch in einen Plastiksack gestopft, der verglaste Schaukasten, in dem Stempel mit Hakenkreuzen und Orden mit Reichsadlern liegen, werden in den Wagen verräumt.

Verbotsgesetz
Die Eile ist berechtigt, denn wie ÖSTERREICH auf Nachfrage in der Bundespolizeidirektion erfuhr, ist der öffentliche Verkauf von Orden und Uniformteilen aus dem Dritten Reich untersagt und wird nach dem Verbotsgesetz auch bestraft.

Ein Polizeijurist erklärte, man werde nun wieder verstärkt kontrollieren. In der Vergangenheit habe es immer wieder Probleme mit dem Verkauf der verbotenen Erinnerungsstücke gegeben. In jüngerer Vergangenheit sei es aber ruhig gewesen.

Quelle:
http://www.oe24.at/oesterreich/chronik…